Medienmitteilung

Private Pensionskassen: Lebenserwartung nimmt weiter zu

Technische Grundlagen BVG 2010 bestätigen Trend der letzten Erhebungen

Zürich, 16. Dezember 2010. Die neuen technischen Grundlagen BVG 2010 für die Berechnung der Leistungen und der Verpflichtungen in der beruflichen Vorsorge sind erschienen. Sie belegen, dass die Schweizerinnen und Schweizer immer älter werden. Neu stellen die BVG 2010 neben den Periodentafeln auch Generationentafeln zur Verfügung. Die Aufbereitung erfolgte unter der Leitung der Beratungsunternehmen Aon Hewitt und LCP Libera.

Für die technischen Grundlagen BVG 2010 haben insgesamt 14 grosse autonome Pensionskassen ihre Daten der Jahre 2005 bis 2009 zur Verfügung gestellt. Die Datenbasis umfasst rund 1,2 Millionen aktive Versicherte und 750'000 Rentner. Die Auswertung der Daten ergab, dass die Schweizerinnen und Schweizer immer älter werden – und immer länger Pensionsleistungen beziehen. So ist die Lebenserwartung für 65-jährige Männer innerhalb von fünf Jahren um etwa ein Jahr auf 18,9 Jahre und für gleichaltrige Frauen um knapp ein halbes Jahr auf 21,4 Jahre gestiegen.

Das bedeutet, dass der BVG-Mindestumwandlungssatz für die Berechnung der gesetzlichen Mindestaltersrenten sinken müsste, um die Pensionskassen vor Verlusten zu bewahren – ein Trend, der sich schon in den Ergebnissen der Jahre 2002 und 2005 abgezeichnet hatte. Die mathematischen Berechnungen zeigen Folgendes: Legt man im Jahr 2010 einen technischen Zinssatz von 3,5 Prozent und eine Gewichtung von 70% Männern und 30% Frauen zu Grunde, müsste der BVG-Mindestumwandlungssatz bei 6,41 Prozent liegen. Das entspricht ungefähr dem Wert, der am 7. März 2010 per Volksabstimmung abgelehnt wurde. Mit einem technischen Zinssatz von 3 Prozent dürfte der BVG-Mindestumwandlungssatz gar nur noch 6,08 Prozent betragen. Es ist darauf hinzuweisen, dass eine umhüllende Vorsorgeeinrichtung, welche Leistungen über dem gesetzlichen Minimum erbringt, einen tieferen Umwandlungssatz als den BVG-Mindestumwandlungssatz anwenden kann.

Neu ist bei der aktuellen Version der BVG 2010, dass die Grundlagen neben den Auswertungen gemäss Periodentafeln auch diejenigen von Generationentafeln zur Verfügung stellen. Im Unterschied zu den Periodentafeln, die auf einen Beobachtungszeitraum in der Vergangenheit abstellen, wird bei den Generationentafeln die erwartete Zunahme der Lebenserwartung eingerechnet. Statistiker gehen davon aus, dass die Lebenserwartung in der Schweiz auch in Zukunft weiter zunehmen wird. Aufgrund der Prognosen wird sich die Zunahme jedoch leicht abschwächen, und die Differenz bei der Lebenserwartung zwischen Frauen und Männern wird sich verkleinern.

Mit ihrer breiten Datenbasis weisen die BVG 2010 wie bisher eine hohe statistische Qualität auf. Daraus ergeben sich die genauen Werte für die Leistungsberechnung bei Pensionierung resp. bei Invalidität oder Tod und ebenso die Wahrscheinlichkeiten, verheiratet zu sein oder auszutreten. Weiter werden die Angaben über den Anteil des Vorsorgekapitals für einen Vorbezug zur Wohneigentumsförderung oder einen Übertrag bei Scheidung angegeben. Die wichtigsten Parameter – wie z. B. der Zinssatz – können entsprechend den kassenspezifischen Gegebenheiten variiert werden. Dadurch eignen sich die BVG 2010 auch für die Berechnungen der Vorsorgeverpflichtungen nach internationalen Rechnungslegungsstandards wie IFRS/IAS 19 oder US-GAAP.

Die Ergebnisse der BVG 2010 stehen Pensionskassenexperten, Aktuaren und Vorsorgeeinrichtungen ab sofort zur Verfügung. Die teilnehmenden autonomen Pensionskassen und ihre Berater fühlen sich der privatrechtlich organisierten 2. Säule verpflichtet und bieten mit den neuen Grundlagen BVG 2010 ein breit abgestütztes Arbeitsinstrument an. Auch in Zukunft wird es die technischen Grundlagen BVG geben: Für die Periode 2010 bis 2015 haben sich alle 14 beteiligten Vorsorgeeinrichtungen bereit erklärt, ihre Daten wieder jährlich den Vorsorgeberatern von Aon Hewitt und LCP Libera zur Verfügung zu stellen. Die daraus gewonnenen Resultate werden Ende 2015 veröffentlicht werden.

Weitere Informationen und Bestellung der Grundlagen BVG 2010: www.bvg2010.ch

Kontaktpersonen:

Werner Koradi
Eidg. dipl. Pensionsversicherungsexperte und Aktuar SAV
Hewitt Associates SA
E-Mail: werner.koradi@hewitt.com

Telefon: 044 298 12 11

Roland Kirchhofer
Dipl. phys., eidg. dipl. Pensionsversicherungsexperte
LCP Libera AG
E-Mail: roland.kirchhofer@libera.ch

Telefon: 043 817 73 00


Aon Hewitt und LCP Libera sind die führenden Beratungsunternehmen für Vorsorgeeinrichtungen in der Schweiz.

 

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